Wir feiern Marie-Muhs Rettungstag!

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Yuhuu, schon wieder gibt es einen Grund für super gute Laune! Heute vor einem Jahr gelang uns die Rettung von Marie-Muh aus einer Milchanlage. ❤

Vor etwa einem Jahr erfuhren wir von einem erst wenige Tage alten, weiblichen Kalb, welches kurz davor war, auf einem tagelangen Tiertransport in eine Kälbermast ins Ausland gebracht zu werden. Das junge Tier war seiner Mutter, wie üblich, bereits wenige Stunden nach der Geburt entrissen worden. Besonders traurig daran ist, dass der Tod des Kalbs bereits vor seiner Geburt für den Hofbetreiber feststand. 

Genau wie der Mensch und andere Säugetiere gibt auch die Kuh nur Milch, um ein Junges zu säugen. Daher werden Milchkühe von Landwirten künstlich geschwängert, um die Milchproduktion am Laufen zu halten. Um den Bestand eines Milchbetriebes in Grenzen zu halten, ist es gängig, dass Milchkühe mit einem männlichen Rind einer “Fleischrasse” verpaart werden. Die daraus entstehenden Kälber sind durch den Anteil des Vaters folglich besser für die Mast geeignet, als Kälber, deren beider Eltern einer Milchrasse entstammen. So kam es auch im Fall des besagten Kalbes Marie-Muh dazu, dass sie aufgrund ihrer Zucht in die Mast gehen sollte. 

Wir beschlossen Marie-Muh vor ihrer Tötung zu retten und ihr einen Platz auf einem unserer befreundeten Lebenshöfe zu schenken. Sie hat für uns, wie alle anderen Tiere, ein Recht auf ein Leben in Freiheit verdient!

Kälber in der Mast

Ein Großteil der Kälber in Mastbestrieben stammt aus Milchbetrieben. Größtenteils sind dies männliche Kälber der Milchkühe, aber auch weibliche Kälber werden gemästet, wenn sie nicht als Milchkühe einzusetzen sind.

Obwohl Kälber von sog. „Milchkuhrassen“ körperlich nicht dazu gezüchtet sind, viel Fett anzusammeln, müssen die Tiere täglich an Gewicht zunehmen, um sehr schnell ihr „Schlachtgewicht“ zu erreichen. Meistens werden die Kälber nicht im gleichen Betrieb gemästet, in dem sie geboren wurden. Daher lässt man sie nach etwa zwei Wochen an Mastbetriebe weiterverkaufen. Die Transporte dorthin, stellen für die Tiere eine enorme Belastung dar. So sterben viele Kälber beireits während der Fahrt zum Mastbetrieb, aufgrund der Enge, dem durch die Fahrt entstehenden Stress und der nicht ausreichenden Versorgung mit Wasser, insbesondere bei heißen Außentemperaturen.

In der intensiven Mast, werden die Kälber dann meist in kleinen Gruppen gehalten. Diese sind in der Regl mit Vollspaltenböden ausgestattet. Zwar sind diese Spaltenböden teilweise auch mit Gummiauflagen versehen, jedoch nicht weich genug, sodass sich die Kälber nur ungerne hinlegen und so teilweise stundenlang im Stehen verharren. Durch die hohe Anzahl an Tieren innerhalb eines Stallabteils, vermeiden die Kälber oft mit ausgestreckten Beinen zu liegen, damit die anderen Tiere nicht auf sie treten. Gerade für die noch sehr jungen Tiere ist dies besonders unangenehm und schädlich, da sie ein hohes Ruhebedürfnis haben.

Generell ist zu sagen, dass diese Art der mutterlosen Aufzucht und Mast von Kälbern überwiegend wirtschaftlich begründet ist und sehr negative Folgen für jedes einzelne Tier zur Folge hat. Viele Kälber leiden sehr stark unter der Trennung von der Mutter und den nicht-artgerechten Haltungsbedingungen. Diese führen in den meisten Fällen zu Verhaltensstörungen und nicht selten zu Verletzungen oder Erkrankungen.

Haben die Jungtiere schließlich ihr gewünschtes Gewicht erreicht, werden sie zum Schlachthof transportiert. Gerade ein Transport im Sommer, bei denen die Temperaturen bis zu über über 30 °C liegen können, kann ein Ausbrechen von Panik unter den Tieren begünstigen und macht die Fahrt zur Tortur.

Marie-Muh´s Leben auf dem Lebenshof

Wir sind überglücklich, dass wir Marie-Muh dieses schlimme Schicksal ersparen konnten und sie nun ein so glückliches Leben führt. Ihre Rettung steht symbolisch für die vielen Kälber, die täglich unter den traurigen Bedingungen der Milch- und Fleischindustrie leiden müssen.

Seit wir Marie-Muh kennen lernen durften, ist ist trotz ihrer Vorgeschichte, Menschen gegenüber sehr offen und zutraulich. Sie liebt es zu schmusen und genießt es sehr gestreichelt zu werden. Auch zu den anderen Herdenmitgliedern hat sie eine enge Verbindung, besonders Zwergi kümmerte sich von Beginn an sehr liebevoll um den Neuzugang. In dem einen Jahr seit ihrer Rettung ist Marie-Muh schon ziemlih gewachsen, obwohl ihr immer noch ein paar Zentimeter fehlen, bis sie vollständig ausgewachsen sein wird. Auch ihrer Hörner haben sich schon toll entwickelt, welche sie im Milchbetrieb normalerweise ausgebrannt bekommen hätte. Warum dies leider in der konventionellen Haltung leider häufig gemacht wird und welche Folgen diese Praxis für die Kälber hat, könnt Ihr hier in einem unserer anderen Blogbeiträge hier nachlesen.

Mit einer symbolischen Tierpatenschaft könnt Ihr Marie-Muh auf dem Lebenshof besuchen und Euch überzeugen wie gut es ihr dort geht!

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