Von wegen „blöde Kuh“! Tierisch fiese Beleidigungen!

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Warum Beleidigungen mit Tiernamen völliger Quatsch sind!

Vielen Tieren sagen wir bestimmte Eigenschaften nach. Einige davon treffen sicher auch zu, andere keinesfalls. Gerade bei Beleidigungen greifen Menschen oft auf tierliche Vergleiche zurück, bei denen Tiere meist falsch und zu Unrecht in Schubladen gesteckt werden. Außerdem sehen wir dies als einen weiteren Ausdruck von Speziesismus, da Lebewesen so allein wegen ihrer Artzugehörigkeit für minderwertig gehalten und diskriminiert werden. Wir wollen in diesem Beitrag daher einigen Ausdrücken nachgehen.

„Doofes Schaf“

Schafe sind sehr sanfte und faszinierende Tiere. Außerdem bilden sie Freundschaften und treffen ganz bewusst Entscheidungen, wenn sie sich z.B. etwas Bestimmtes in den Kopf gesetzt haben. Dass sie ganz uns gar nicht blöd sind, beweisen auch diverse Studien, die zeigen, dass die Gehirngröße eines Schafes mit der von Rhesusaffen vergleichbar ist. Sie haben also die gleichen komplexen Gehirnstrukturen wie Primaten und kommen so der des Menschen sehr nahe. Bedingt durch diese Ähnlichkeiten sind Schafe, genau wie wir, in der Lage, klare Entscheidungen zu treffen, sich Gewohnheiten anzueignen und sich sogar bis zu 50 Gesichter von Menschen und Artgenossen über einen längeren Zeitraum zu merken. Unsere Schafe Ilse & Bruno sind ebenfalls zwei ziemlich gewitzte Exemplare, die immer einen Weg an Futter finden, auch wenn es noch zu gut versteckt ist. 😀

„Dumme Sau“

Schweine sind weder dumm, noch dreckig oder faul. Leider haben sie meist nicht die Möglichkeit ihr volles Potential zu entfalten. Im Schlamm wälzen sie sich zum Beispiel nur, um sich vor Ungeziefer zu schützen und Sonnenbrände zu verhindern. Abgesehen von gelegentlichen Schlammbädern sind Schweine aber sehr saubere Tiere. Auch unintelligent sind Schweine keinesfalls. Ihre Intelligenz wird sogar höher eingeschätzt als die von Hunden. Ein Beispiel für die schweinische Klugheit liefert eine Studie aus dem Jahr 2009. Britische Forscher*innen untersuchten, ob die Schweine ihr Angesicht im Spiegel verstanden. Dafür versteckten sie Futter so, dass es nur im Spiegel zu sehen war. Statt zum Spiegel zu gehen, verstanden die Schweine den Trick und machten sich auf die Suche nach dem versteckten Futter.* Ziemlich klug, oder? 😍

„Blöde Kuh“

Rinder sind ruhige, und sehr sanfte Tiere. Nur, weil sie vielleicht nicht immer auf zack sind, heißt das noch lange nicht, dass sie dumm sind. So können sie Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung verstehen und z. B. lernen, einen Hebel oder auch Knopf zu bedienen, um an Nahrung oder Wasser zu kommen. Einige sind klüger, andere verstehen und lernen langsamer. Jedes Rind hat sein eigenes Wesen, mit unterschiedlich ausgeprägten Merkmalen. Außerdem haben Kühe ein ausgeklügeltes Sozialsystem innerhalb ihrer Herde und kommunizieren auf vielfältige Weise miteinander. Hier kannst Du mehr über die Kommunikation von Rindern lesen.

„Angsthase“

Kaninchen sind Fluchttiere – und auch bei unseren Hauskaninchen zeigt sich diese Eigenschaft manchmal in einem vorsichtigen oder gar ängstlichen Verhalten. Eine gewisse Scheu der Tiere ist grundsätzlich völlig arttypisch und durchaus nachvollziehbar. Tatsächlich ist eine gewisse Scheu für Kaninchen sogar lebenswichtig, denn in der Natur müssen Kaninchen permanent wachsam vor ihren Feinden sein und sich im Falle eines Angriffs blitzschnell in Sicherheit bringen. Diese natürliche Verhaltensweise heißt jedoch nicht, dass Kaninchen nicht auch mutig und stark sein können. Kaninchen Kartöffelchen (R.I.P.) war z.B. ein sehr mutiges Kaninchen, das stets neue Abenteuer und Herausforderungen suchte. Aber so oder so: Was ist denn eigentlich so schlimm daran sich nicht immer alles zu trauen?! 😉

Eigentlich würden wir empfehlen niemanden zu beschimpfen oder zu beleidigen. Wenn es aber mal gar nicht anders geht, greife doch beim nächsten Mal lieber auf andere Begriffe zurück, die niemanden Unbeteiligten angreifen. 😉

*Quelle zur Studie: Broom/Sena/Moynihan: Pigs learn what a mirror image represents and use it to obtain information, Animal Behaviour,Volume 78, Issue 5,2009, S. 1037-1041.

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