Tierrettung: Vale & Onni sind frei!

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Gestank, Schmerzen, Enge und die schreckliche Angst vor dem, was der nächste Tag bringen könnte – der grausame Alltag tausender Tiere in Pelzfarmen.

Wieder gelang es uns, Tiere aus den Fängen der Pelztierzucht zu befreien. Neben unserer alltäglichen Arbeit für die Tiere und den regelmäßigen Undercover-Recherchen sind es besonders die Tierrettungen, die uns motivieren, das tägliche Leid der Tiere ans Licht und in die Öffentlichkeit zu bringen.

Onni und Vale, zwei junge Füchse, kamen vermutlich im frühen Sommer 2021 in einer solchen Pelzfarm zur Welt. Dort verbrachten sie die erste Zeit ihres Lebens gemeinsam mit ihren Geschwistern und der Mutter in einem winzigen Gitterkäfig.

Leben und leiden in der Pelzfarm

Auf zwischen 300 bis 400 sogenannten Pelzfarmen werden in Polen Millionen von Füchsen, Nerzen und Marderhunden in engen Käfigen gehalten. Nerzfarmen mit über 100.000 Tieren auf einer einzigen Farm sind leider keine Seltenheit. Somit ist das Geburtsland von Vale & Onni neben Finnland und Dänemark einer der größten Pelzproduzenten Europas. Die Felle kommen nach der sogenannten „Ernte“ – so wird es genannt, wenn den Pelztieren die Felle abgezogen werden – auch auf den deutschen Markt. Doch wohin genau und bei welchen Modelabeln sie dann verkauft werden, ist nur in den seltensten Fällen bekannt. Denn die Herkunft der Felle muss in Deutschland in den Jacken und Accessoires leider nicht im Etikett angegeben werden.

Völlig verängstigt und teilweise in sehr schlechtem körperlichen Zustand fanden wir die Tiere vor, die in ihrem Leben nie etwas anderes als den schlimmen Gestank und den harten Gitterboden unter ihren Pfoten erfahren hatten. Einige Füchse, die auf der Farm gezüchtet wurden, waren abgemagert, verletzt und völlig apathisch. Besonders den Elterntieren sah man die Strapazen der grausamen Haltung deutlich an. Durch das lange Stehen auf den Gitterböden waren ihre Pfoten blutig und deformiert, andere hatten sich vor Langeweile und aufgrund von Verhaltensstörungen selbst oder gegenseitig verletzt. Den Welpen und Jungtieren ging es im Vergleich zu den Älteren etwas besser, jedoch sahen wir auch unter ihnen Tiere, die schwerverletzt waren und auf uns traumatisiert wirkten.

Die Rettung

In solch einer Situation zu entscheiden, welches Tier nun gerettet werden kann und welches zurückgelassen werden muss, ist jedes Mal aufs Neue schrecklich und unfassbar schwer. Meist bleibt nicht die Zeit, um lange darüber nachzudenken, welches Tier es letztendlich wird, denn verdient hätten sie es alle.

Die Anzahl der Tiere, die wir retten ist immer davon abhängig, wie viele Plätze es auf den Lebenshöfen gibt, denn ohne einen gesicherten Lebensplatz, ist eine Rettung völlig sinnlos. Füchse artgerecht zu halten ist aufwendig, kostenintensiv und natürlich benötigt man ausreichend Platz für ein solch großes Gehege.

Letztendlich fiel in dieser Rettungsnacht die Wahl auf Onni, Vale und einen weiteren Fuchs (Halla, die vollständig in die Obhut des Lebenshofes gegeben wurde). Diese drei Füchse hatten das große Glück, der Pelzfarm zu entkommen und ein neues Leben auf dem Lebenshof zu beginnen.

Inzwischen haben sich Vale und Onni gut in ihrem neuen Zuhause eingelebt. Auch mit den anderen dort lebenden Füchsen verstehen sie sich bestens. Vale ist sehr selbstbewusst, mutig und sucht den Kontakt zu Menschen. Onni ist deutlich zurückhaltender und gewöhnt sich erst langsam an die Anwesenheit von Personen. Jedes Verhalten der Tiere wird akzeptiert und ist völlig in Ordnung, denn auf dem Lebenshof werden keine Anforderungen an die Tiere gestellt, sie müssen nichts mehr leisten – hier sind sie in Sicherheit!

Was den beiden nun zu ihrem vollständigen Glück fehlt, sind Patenschaften, die ihr neues Leben unterstützen und uns helfen, sämtliche anfallende Kosten zu tragen. So ist sichergestellt, dass den Tieren die bestmögliche Versorgung zukommt und sie ein friedvolles Leben führen können.

Sieh Dir hier das Video zur Rettung von Vale & Onni an!

4 Antworten

  1. Eva Nagelmueller

    Danke, dass ihr wenigstens drei dieser unglücklichen Tiere gerettet habt.

  2. Natascha Panopoulou

    Ihr seid toll! Danke für Euren Mut und die Courage, welche Ihr aufbringt, um die Tiere zu retten!

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