Mascha ist frei – Wie wir die junge Polarfüchsin retteten!

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Gestank, Schmerzen, Enge und die schreckliche Angt vor dem, was der nächste Tag bringen könnte – der grausame Alltag tausender Tiere in Pelzfarmen.

Auch in diesem Jahr gelang es uns ein weiteres Tier aus den Fängen der industriellen Massentierhaltung und Pelztierzucht zu befreien. Neben unserer alltäglichen Arbeit für die Tiere und den regelmäßigen Undercover-Recherchen sind es besonders die Tierrettungen, die uns motivieren, das tägliche Leid der Tiere ans Licht und in die Öffentlichkeit zu bringen.

Im August 2019 befreiten wir erstmalig einen weiblichen Fuchswelpen während einer Recherche auf einer polnischen Pelzfarm, in der grauenhafte Zustände herrschten.

Mascha, eine junge Polarfüchsin, kam im Sommer 2019 in der besagten Pelzfarm zur Welt. Dort verbrachte sie die erste Zeit ihres Lebens, gemeinsam mit ihren Geschwistern und der Mutter, in einem winzigen Gitterkäfig. Diese Art der Unterbringung ist in Pelzfarmen leider absolut gängig und legal. Nichts als harte Gitterböden unter ihren zarten Pfoten und die Enge des kleinen Käfigs waren ihr bis zum Tag ihrer Rettung bekannt.


Auf zwischen 800 und 1.000 sogenannten Pelzfarmen werden aktuell in Polen insgesamt über 5 Millionen Füchse, Nerze und Marderhunde in engen Käfigen gehalten. Nerzfarmen mit über 100.000 Tieren auf einer einzigen Farm sind leider keine Seltenheit. Somit ist das Geburtsland von Mascha neben Finnland und Dänemark einer der größten Pelzproduzenten Europas. Die Felle kommen nach der sogenannten „Ernte“ – so wird es genannt, wenn den Pelztieren die Felle abgezogen werden – auch auf den deutschen Markt. Doch wohin genau und bei welchen Modelabeln sie dann verkauft werden, ist nur in den seltensten Fällen bekannt. Denn die Herkunft der Felle muss in Deutschland in den Jacken und Accessoires leider nicht im Etikett angegeben werden.


Bereits viele hundert Meter vor der Farm, war der beißende Gestank von Kot, Urin und verdorbenem Fleisch (die Tiere werden meist mit Schlachtabfällen gefüttert) zu vernehmen. Je näher wir kamen, desto lauter wurden die Geräusche, die aus dem Inneren kamen. Viele Tiere hörten wir knurren, heulen oder minutenlang an den Gitterstäben der Käfige kratzen. Töne, die sich in das Gedächnis einprägen und mit viel Trauer und Wut verbunden sind. Traurigkeit über die Hilflosigkeit der Tiere und Wut darüber, wie man so etwas einem unschuldigen Wesen antun kann. Was wir von Außen nur hören konnten, wollten wir vom Inneren der ummauerten Farm näher betrachten und dokumentieren.

Als wir die Pelzfarm in in einer Sommernacht betraten, ahnten wir noch nicht wie grauenhaft und drastisch die Zustände bzgl. der Haltung der Tiere auf der Farm sein würden.


Völlig verängstigt und teilweise in sehr schlechtem körperlichem Zustand fanden wir die Tiere vor, die in ihrem Leben nie etwas anderes, als den schlimmen Gestank und den harten Gitterboden unter ihren Pfoten erfahren hatten. Einige Füchse, die auf der Farm gezüchtet werden, waren abgemagert, verletzt und völlig apathisch. Besonders den Elterntieren sah man die Strapazen der grausamen Haltung deutlich an. Durch das lange Stehen auf den Gitterböden waren ihre Pfoten blutig und deformiert, andere hatten sich vor Langeweile und aufgrund von Verhaltensstörungen selbst oder gegenseitig verletzt.

Den Welpen und Jungtieren ging es im Vergleich zu den Älteren etwas besser, jedoch auch unter ihnen sahen wir Tiere, die schwer verletzt waren und traumatisiert auf uns wirkten.

In solch einer Sitiation zu entscheiden, welches Tier nun gerettet wird oder zurückgelassen werden muss, ist jedes Mal aufs Neue schrecklich und unfassbar schwer. Meist bleibt nicht die Zeit, um lange darüber nachzudenken, welches Tier es letztendlich wird, denn verdient hätten sie es alle.

Die Anzahl der Tiere, die wir retten ist immer davon abhägig, wie viele Plätze es auf den Lebenshöfen gibt, denn ohne einen gesicherten Lebensplatz, ist eine Rettung völlig sinnlos. Füchse artgerecht zu halten, ist (wenn das bei einem Tier, das wie ein Fuchs normalerweise wild leben würde überhaupt geht) aufwendig, kostenintensiv und natürlich benötigt man den Platz für ein solch großes Gehege.

Letztendlich fiel in dieser Rettungsnacht die Wahl auf Mascha, die in der Ecke eines Käfigs kauerte und uns mit ihren wunderschönen Augen ansah.


Mascha auf dem Weg in ihr neues Zuhause

Obwohl Mascha zuvor nie positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben wird, reagierte sie zwar schüchtern, aber dennoch vertrauensvoll und neugierig auf uns.

Wir brachten sie auf einen unserer befreundeten Lebenshöfe, auf dem sie nun ihr ganzes Lebens verbringen wird. In ihrem neuen Zuhause werden keine Ansprüche und Erwartungen an sie gestellt. Sie muss nichts leisten, wird nicht ausgebeutet und vor allem muss sie niemals um ihr Leben bangen.


Die ersten Schritte in ein neues Leben!

Mascha hat einen sehr neugierigen Charakter und liebt es stundenlang im großen Außenbereich des Geheges nach Abenteuern zu suchen. Sie ist jetzt schon ein mutiges Fuchsmädchen, das ihrer Art typisch klug und frech an Alltagssituationen herangeht.

Seit ihrer Rettung verbringt Mascha ihre Zeit auf einem Lebenshof, auf dem bereits zwei weitere gerettete Füchse leben und mit denen sie sich fabelhaft versteht!



Wir sind gespannt, wie sich Mascha im Laufe der nächsten Monate noch verändern wird. Sicher ist jetzt schon, dass ihr das Leben in Freiheit einfach nur gut tut und genau so sollte es sein!


Mascha und Retterin Denise auf dem Lebenshof.

Als Pat*innen könnt auch ihr Mascha in ihrem schönen Zuhause auf dem Lebenshof besuchen. Schreibt uns gerne eine Nachricht an tierpatenschaft@tierschutzbuero.de, wenn ihr beim nächsten Mal dabei sein möchtet. 

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